Als wir vor der Saison mit der zweiten Mannschaft der HSG Lohfelden/Vollmarshausen gestartet sind, stand vor allem eines im Vordergrund: Entwicklung. Unser Ziel war es von Beginn an, junge Spieler Schritt für Schritt an den Erwachsenenhandball heranzuführen, ihnen Verantwortung zu geben und sie an das körperlichere und taktisch anspruchsvollere Spielniveau zu gewöhnen. Dass dabei Rückschläge dazugehören würden – gerade unglücklich verlorene Spiele – war uns von Anfang an bewusst und einkalkuliert.
Unsere zweite Mannschaft fungierte in dieser Saison praktisch als erweitertes U21-Team. Mit einem sehr jungen Durchschnittsalter war schnell klar, dass wir nicht nur sportlich, sondern auch menschlich zusammenwachsen mussten. Eine der größten Herausforderungen bestand darin, sehr junge Spieler mit einigen älteren und erfahreneren Akteuren zu vereinen und daraus eine gemeinsame Spielphilosophie zu entwickeln. Zusätzlich waren die Rahmenbedingungen mit der Hallensituation und den Trainingszeiten alles andere als optimal. Umso bemerkenswerter war es, wie schnell sich die Mannschaft gefunden hat. Das macht es einem als Trainer deutlich leichter.
Von Beginn an haben alle Spieler die Spielidee angenommen und versucht, diese Woche für Woche umzusetzen. Genau das war für mich einer der wichtigsten Punkte dieser Saison. Es ging nie nur um Ergebnisse, sondern darum, eine Art Handball zu entwickeln, die zu uns passt und die jungen Spieler nachhaltig weiterbringt. Dabei war es schön zu sehen, wie viele Spieler sich individuell entwickelt haben. Einige sind deutlich reifer geworden, andere haben taktisch und technisch große Schritte gemacht und manche konnten sich noch einmal völlig neu entdecken.
Auch sportlich haben wir im Laufe der Saison viele starke Leistungen gezeigt. Nach einem schwierigen Start mit der Niederlage gegen Baunatal III hat sich die Mannschaft schnell stabilisiert. Auswärtssiege wie das 34:24 in Hofgeismar oder der knappe 31:30-Erfolg in einem intensiven Spiel in Ahnatal zeigten früh, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Besonders wichtig war für uns, dass wir auch in engen Spielen immer mehr Ruhe und Reife entwickelt haben. Das hat man im Verlauf der Saison deutlich gespürt. Unser junges Team entwickelt sich zu einem wahren Crunch-Time Spezialisten,der enge Spiele am Ende immer für sich gezogen bekam.
Hinzu kamen starke Ergebnisse in der Rückrunde, unter anderem ein überzeugendes 42:35 gegen Korbach gegen die man in der Hinrunde noch unglücklich verlor, sowie ein klarer 31:21-Heimsieg zum Saisonabschluss gegen Dittershausen, wo auch viele Ergänzungsspieler das Spiel für uns entscheiden konnten. Solche Spiele haben gezeigt, wie groß die Entwicklungsschritte innerhalb weniger Monate waren. Gerade gegen körperlich robuste und erfahrene Mannschaften konnten wir uns immer besser behaupten.
Besonders stolz macht mich der Teamgeist, der sich im Laufe der Saison entwickelt hat. Jeder hat mitgezogen, jeder hat seinen Beitrag geleistet und man hat gespürt, dass die Mannschaft immer enger zusammengerückt ist. Gerade in schwierigen Phasen war dieser Zusammenhalt enorm wichtig.
Mit zunehmender Saison wurde dann deutlich, dass die Mannschaft sportlich schneller weiter war als zunächst erwartet. Deshalb haben wir unser ursprüngliches Ziel angepasst und den Fokus zusätzlich auf Platz drei gelegt – und dieses Ziel haben wir am Ende auch erreicht. Mit 30:14 Punkten belegten wir am Saisonende tatsächlich Rang drei der Bezirksklasse. Für ein so junges Team ist das in einer Liga mit vielen erfahrenen Mannschaften eine starke Leistung.
Jetzt gilt es, diesen Weg weiterzugehen. In der kommenden Saison wollen wir die Entwicklung der Mannschaft weiter vorantreiben. Vor allem spieltaktische und individualtaktische Inhalte werden dabei noch stärker in den Vordergrund rücken. Besonders positiv ist, dass wir den Weg nahezu mit dem gleichen Kader weitergehen können. Dadurch haben wir eine sehr gute Basis geschaffen, um uns weiter zu steigern. Natürlich möchten wir, wenn möglich, auch im kommenden Jahr um die Meisterschaft mitspielen. Trotzdem bleibt unser wichtigstes Ziel weiterhin die Förderung und Entwicklung jedes einzelnen Spielers. Genau das steht bei uns auch künftig an erster Stelle.
Saisonrückblick – 2. Männer

