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Nach Schimmel-Schock: Sporthalle bleibt bis 2029 dicht

Quelle: HNA v. 02.12.2025

Im Sommer musste die Öffnung der Sporthalle der Söhre-Schule in Lohfelden wegen eines massiven Schimmelbefalls verschoben werden. Jetzt ist klar – die Halle bleibt für mehrere Jahre geschlossen.

Lohfelden – In der Sporthalle der Söhre-Schule in Lohfelden ist es gerade muckelig warm – aber nicht, damit Schüler oder Sportsfreunde es beim Training angenehm haben – bis 2029 macht hier keiner mehr Sport. Der Grund: Die Halle hat durch einen Schimmelbefall erheblichen Schaden davon getragen. Warm ist es nur, damit nicht noch mehr Feuchtigkeit eindringt.

Nach intensiven Untersuchungen hat der Landkreis Kassel nun einen Fahrplan für die Zukunft der Halle angekündigt. Die Gesamtkosten sollen voraussichtlich bei 3,5 Millionen Euro liegen. Schüler und Vereine sind von der Hallenschließung betroffen.

Fugen undicht, Dämmung mangelhaft – Schulsporthalle bleibt geschlossen

Erst im August mussten laufende Baumaßnahmen an der Sporthalle der Söhre-Schule nach der Entdeckung des Schimmelbefalls gestoppt werden. Statt Ende September 2025 sollte die Halle bis 2027 für Vereine und Schüler geschlossen bleiben. Jetzt wird es noch länger dauern, bis das Gebäude wieder genutzt werden kann. Der Landkreis Kassel kündigt Sanierungsmaßnahmen bis voraussichtlich Ende 2028/Anfang 2029 an.

Nach Landkreis-Angaben hat ein bauphysikalisches Gutachten ergeben, dass für eine nachhaltige Behebung der Schimmelschäden eine umfassende energetische Sanierung der gesamten Gebäudehülle erforderlich ist. Konkret soll das Gutachten zeigen, dass die gesamte thermische Gebäudehülle nicht die notwendigen Mindestanforderungen an den Wärmeschutz erfüllt.

Dies habe an zahlreichen Stellen zu Tauwasserbildung geführt, was die primäre Ursache für den Schimmel sei. Insbesondere mangelhaft gedämmte Außenwände, undichte Fugen an den Fassadenplatten sowie kritische Wärmebrücken an den Dachanschlüssen sind demnach von dem Gutachter als Hauptprobleme identifiziert worden.

Zur Schadensbehebung wird eine komplette energetische Ertüchtigung empfohlen. „Dazu gehören die Anbringung eines Wärmedämmungssystems an den Außenwänden, die Dämmung des Haupt- und Nebendaches sowie die Isolierung der Attiken“, informiert Martina Rappich, Fachbereichsleiterin beim Immobilienmanagement des Landkreises. Attiken sind Aufbauten oberhalb eines Daches. Wie sie erklärt, soll durch diese Maßnahmen die Oberflächentemperatur der Innenwände erhöht werden, um zukünftige Kondenswasserbildung zu verhindern.

Die nächsten Schritte im kommenden Jahr

Doch wie sehen die nächsten Schritte aus? Zunächst werden bis Ende Januar 2026 ergänzende Boden- und Tragwerksgutachten eingeholt. Anschließend wird die Suche nach einem Generalplaner eingeleitet, teilt der Landkreis mit. Der Bedarf von Schule und Vereinen werden bei diesem Prozess berücksichtigt, heißt es. Die Ausschreibung der Bauleistungen ist nach der Genehmigung des Haushalts 2026 vorgesehen.

Hauptbetroffene von der Hallenschließung sind die Söhre-Schule und Vereine wie der HSG Lohfelden/Vollmarshausen. Für diese Gruppen bedeutet die Schließung über mehrere Jahre eine Herausforderung. „In einem gemeinsamen Termin mit der Schulleitung, der Gemeinde Lohfelden und den Sportvereinen haben wir jetzt das weitere Vorgehen abgestimmt“, sagt Schuldezernentin Silke Engler.

Demnach wird die Söhre-Schule künftig erst einmal die Halle in Fuldabrück nutzen, die sich im Eigentum der Gemeinde Lohfelden befindet und deshalb während der Unterrichtszeiten verfügbar ist. Für die Beförderung der Schüler sollen Busse sichergestellt werden. „Verlässliche Angaben zur Zeit sind wichtig für die Schule. Die bisherige Überbrückung ist eine Herausforderung gewesen“, sagt Schulleiter Stefan Alsenz.

Auf der Suche nach Ersatz

Um eine gute Lösung für die betroffenen Sportvereine zu finden, führe man aktuell Gespräche, so der Landkreis. Markus Radon, Sponsorenbeauftragter der HSG, zeigte sich mit Blick auf die angebrachten Pläne des Landkreises zuversichtlich. Im August sei das aufgrund mangelnder Transparenz noch nicht der Fall gewesen.

„Wir hatten ein konstruktives Gespräch“, sagt Radon. Trainingspläne werden mit der Gemeinde und dem Landkreis konzipiert. Infrage kommen beispielsweise die Mehrzweckhalle Lohfelden, die Halle am Sensenstein sowie Hallen in Kaufungen und Vollmarshausen.

„Die Gemeinde ist gerade dabei, die Hallennutzungszeiten zu optimieren. Wir versuchen, Zeiten für die Handballer freizuschaufeln“, sagt Bürgermeister Uwe Jäger. Er sagt, er sei zuversichtlich, dass das funktioniere. (von Svenja Heckerott)